Statistik der zu Tötungsdelikten, bzw. anderen
Gewaltverbrechen benutzten "Waffen".
Obwohl hier nur ein kleiner Teil der jährlich stattfindenden Straftaten
ausgewertet werden konnte, ist das Verhältnis der Tatwerkzeuge zueinander
repräsentativ. Ausgewertet wurden schwere Straftaten seit 1998 im Großraums
Frankfurt/Main, bei denen die benutzte Waffenart gemeldet wurde.
Tatwerkzeuge -Straftaten
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Messer |
237 |
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nachweislich illegal beschaffte Schußwaffen |
56 |
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Baseballschläger |
31 |
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Maschinenpistolen, Besitzverbot, der Erwerb entzieht sich
vollständig dem Waffengesetz |
31 |
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Handgranaten, Besitzverbot, der Erwerb entzieht sich
vollständig dem Waffengesetz |
18 |
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Eisenstange |
17 |
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Beil/Axt |
15 |
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Straftaten von Polizisten mit Polizeiwaffen (keine
Vorfälle während des Dienstes) |
14 |
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Hammer |
11 |
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Aids-Spritze |
7 |
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Knüppel/Nagelbrett |
7 |
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gelenkter Angriff durch Hund, teilw. mit Todesfolge!
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5 |
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Schwert |
5 |
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Schraubenzieher |
4 |
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Stein |
4 |
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Schere |
3 |
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Schal/Schnürsenkel |
3 |
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Schlagring - Besitzverbot durch Waffengesetz |
3 |
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Panzerfaust - Besitzverbot durch Waffengesetz |
3 |
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Schreckschusspistolen |
3 |
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Armbrust, frei verkäufliche tödliche Waffe, ein Angriff
auf Polizei |
2 |
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gezieltes Feuerlegen, in einem Fall Frau mit Benzin
übergossen |
2 |
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Spielzeugpistolen |
2 |
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Fleischgabel |
2 |
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Jagdgewehr, also legal besessen, jeweils Selbstmorde |
2 |
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Spaten, z.B. Opfer Jakub Fitsman |
2 |
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Fahrradkette |
2 |
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Jagdgewehr, also legal besessen, Bedrohung |
1 |
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Kettensäge, Angriff auf Polizisten |
1 |
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Blasrohr |
1 |
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Golfschläger |
1 |
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Motorradhelm |
1 |
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Ersticken durch Kissen |
1 |
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Als Ergebnis zeigt sich, daß fast so
viele Straftaten mit Messern begangen werden, wie mit allen anderen Waffen
zusammen.
Betrachtet man
lediglich die Faustfeuerwaffen, so machen selbst die illegal besessenen
gerademal 10% der benutzten Tatwaffen aus. Gewehre - sieht man von zwei
Selbstmorden von Jägern ab - werden in der Statistik überhaupt nicht genannt.
Insgesamt fällt auf, dass die meisten schweren Straftaten mit vollständig frei
verfügbaren und haushaltsüblichen Gegenständen verübt werden, an deren Verbot
oder Einschränkung niemand auch nur im Geringsten denkt.
Illegal besessene Waffen, der nächst folgende Anteil, können durch Gesetze
nicht weiter reglementiert, denn sie sind bereits verboten und deren Besitzer
beweisen, dass sie ohnedies nicht daran denken, sich an Waffengesetze zu
halten.
Legal besessene Waffen spielen kaum eine Rolle. Ausnahme sind hier eher
Polizisten, die ihre Dienstwaffe zu Straftaten einsetzen. Ansonsten sind legale
Waffen überwiegend bei Selbstmorden und Affekthandlungen gegen den
Lebensgefährten etc. eingesetzt worden, also bei Straftaten, bei denen
ansonsten andere Mittel, oft Küchenmesser etc. eingesetzt worden waren. Es ist
daher kaum erkennbar, dass es nicht zu dieser Affekthandlung gekommen wäre,
hätte der Täter keine Schusswaffe besessen.
Diebstähle von Waffen
13.10.1978 Aus der Polizeistation Ritterhude/Bremen stahlen
unbekannte Täter in der Nacht zum Donnerstag 2 Maschinenpistolen, vier
Pistolen, 400 Schuß Munition und drei Gassprühdosen. Die Einbrecher hatten
einen gepanzerten Waffenschrank aufgebrochen.
06.02.1985 Die versehentliche Lieferung von Waffen und Munition in das
Hamburger Gefängnis wird für die beteiligten Polizeibeamten ein Nachspiel
haben. Die Polizisten hatten reperaturbedürftige Holzschränke aus dem Keller
der Polizeischule in die Gefängnistischlerei gebracht. In den Schränken
befanden sich noch 10 Dienstpistolen und 160 Schuß Munition. Der Fehler war
erst vier Tage später bemerkt worden, nachdem ein Polizist seine
Dienstpistole vermißt hatte.
15.11.1994 Einer der größten Waffendiebstähle in der Geschichte
der Bundesrepublik ist aufgeklärt. Ein 26-jähriger, ehemaliger Marinesoldat hat
gestanden, in der Nacht zum 8. Mai eine Waffenkammer des 6.Marinegeschwaders
Wilhelmshaven geplündert zu haben. Bei dem Einbruch waren 33
Schnellfeuergewehre, 18 Pistolen und 2 Maschinengewehre erbeutet worden.
Der Ex-Soldat hatte bei dem Diebstahl keine Helfer. Als Motiv gab er an, das er
die Waffen aus Geldnot verkaufen wollte.
7.07.1996 Ein ehemaliger Waffenhändler, ein entzwischen entlassener
Polizist und ein Wachmann wurden von der Frankfurter Staatsanwaltschaft
angeklagt, zwischen 1991 und April 1995 472 Schußwaffen illegal verkauft
zu haben. Bisher konnten nur 50 dieser Waffen wieder sichergestellt werden.
26.04.1997 Hätte die Frankfurter Rundschau keinen diskreten Hinweis
erhalten, wäre es kaum je an die Öffentlichkeit gelangt. Die Frankfurter
Polizei ermittelt gegen wegen Waffendiebstahl gegen einen Beamten des
eigenen Reviers. Bereits am 21. März 1997, als ein Beamter nach einem
3-Tage-Urlaub seine Waffe aus seinem Stahlfach entnehmen wollte, mußte er den
Diebstahl seiner Dienstpistole SIG-Sauer, cal. 9mm nebst Ersatzmagazin feststellen.
Die Scharnierbolzen des Fachs waren, von Außen nicht erkennbar, abgesägt
worden. Zu dem Vewahrraum der Waffen, in dem sich neben 60 Waffenstahlfächern
auch die Kleiderschränke der Polizisten der Dienststelle befinden, haben nur
Polizisten des Reviers Zutritt.
22.08.1998 Im Amtssitz des Bundespräsidenten R. Herzog verschwand eine Maschinenpistole.
Nur Beamte des Personen- und Objektschutzes der Polizei hatten
Zugang zu dem Schrank, indem die Waffe verwahrt wurde.
Waffen im Gefängnis
24.05.1995 Bereits am 21. Mai 1984 hat der gelernte Büchsenmacher Peter
Strüdinger in der Strafanstalt Celle eine vierläufige, fast einen Meter
lange Schrotflinte gebaut und damit eine Geisel und einen Fluchtwagen
erpreßt, mit der er entkam, sich einen Tag später jedoch wieder stellte. Die
Regierung forderte daraufhin eine strengere Überwachung der Häftlinge. Am
21.10.1991 brachten vier Celler Häftlinge mit ebenfalls im Gefängnis aus Tischbeinen
aus Stahlrohr selbst gefertigten Schußwaffen drei Justizbeamte in ihre Gewalt
und flohen mit erpreßten 2 Millionen DM. Nach einer Schießerei wurden sie in
Karlsruhe festgenommen. Obwohl die Zelle Strüdingers in Celle in den
vergangenen 5 Wochen wegen eines Gerüchts auf Fluchtvorbereitungen 14 Mal
durchsucht wurde und alle zur Waffenherstellung geeigneten Dinge wie Tische mit
Stahlrohrbeinen aus dem Gefängnis entfernt worden waren, gelang diesem mit
einem Komplizen erneut seine Flucht und ein Lösegeld mittels einer selbstgebauten
Schußwaffe zu erpressen. Alles für den Bau der Waffe und der Munition
verwendete Material stammte aus der gefängniseigenen Versorgung.
05.08.1997 Die CDU und FDP des Hessischen Landtages rügen schwere
Sicherheitsmängel des Untersuchungsgefängnisses Friedberg. In ihm waren vor 6
Wochen auf Grund eines Hinweises eines Gefangenen innerhalb des Gefangenentrakts
ein Handy, eine Pistole und 25 Schuß Munition gefunden worden.
24.01.1998 Auf direkte Veranlassung des Hessischen Justizminister
R.v.Plottnitz wurde die JVA Kassel durchsucht. Dabei wurde ausschließlich
externes Personal eingesetzt. In den 750 Zellen wurden 48 verbotene Messer,
mehrere Schraubenzieher, Rasierklingen, Schlagstöcke, Haschischpfeifen, Scheren
und ein Sägeblatt gefunden. Um zu Verhindern, daß die Aktion durchsickerte,
wurde trotz Anfragen und Sicherheitsvorwürfe weder das Parlament noch - bis auf
die unmittelbare Leitung - die Anstaltsbeschäftigten vorab informiert.
Morde und andere Delikte durch Polizisten und Polizeiwaffen
02.02.1994 Ein 18-jähriger Polizeianwärter hat mit seiner Dienstwaffe
in Wolfshagen/Kassel seinen Vater im Schlaf erschossen. Der Schuß wurde aus
nächster Nähe auf den Kopf des Vaters ausgeführt. Der Täter gab an, von seinem
Vater jahrelang gedemütigt worden zu sein.
08.03.1995 Ein 39-jähriger Hauptkommissar wurde Berlin kurz nach
einem Bankraub in einem Spielkasino festgenommen. Bei seiner Vernehmung gab er
zwei weitere Banküberfälle zu. Als ihm die Kassierin das Geld durch die
Kassenbox schob, gelang es ihr, die Tatwaffe, die Dienstpistole des
Polizisten, in die Kassenbox zu ziehen. Über deren Nummer konnte der Täter
ermittelt werden. Als Motiv gab er hohe Spielschulden an.
11.06.1996 Der 37-jährige Polizeibeamte Peter Roth läd seine
ehemalige Verlobte Gabriele L. unter dem Vorwand, ihre Ersparnisse in Höhe von
mehr als 130.000,- DM gut anzulegen, zum Essen ein, wobei er das Geld erhält.
Während der Rückfahrt in seinem Auto bietet er ihr eine Flasche Kakao an, die
er zuvor mit einer Überdosis Schlafmittel versetzt hat, die er an seiner
Diensstelle aus beschlagnahmten Beständen gestolen hatte. Er fährt mit der tief
schlafenden Frau in den Wald und hackt ihr mit dem mitgebrachten Beil
den Kopf und die Hände ab und beseitigt die Leichenteile. Zu Hause wäscht er
sich, lockt unter einem Vorwand den Lebensgefährten der Frau aus der Wohnung,
den er als Zeugen beseitigen möchte, gibt ihm ebenfalls einen gemixten Kakoa zu
trinken und tötet ihn anschließend auf gleiche Weise. Er wäscht sich erneut,
hebt mit der Scheckkarte der Frau mehrer tausend DM ab und fährt im Anschluß
mit seiner Dienststelle in einen Betriebsurlaub.
18.06.1996 Ein Tankwart erschoß am frühen Montag in München einen
Gangster, der ihn bereits zum dritten Mal überfallen hatte, einmal im Januar
und am Sonntag vor der letzten Tat. Bereits unmittelbar nach dem ersten
Überfall hatte sich der Tankwart die Waffe illegal besorgt. Bei dem
maskiertem Täter handelte es sich um einen Polizeiobermeister, der den
Tankwart mit einer gestohlenen Dienstwaffe bedrohte. Der Tankwart
handelte daher wahrscheinlich in berechtigter Notwehr. 12.07.1996 Ein
Münchner 36-jähriger Polizist wurde wegen Doppelmord verhaftet.Er soll
seine frühere Freundin und deren Freund getötet haben. (dpa/ap 20.07.) Nachdem
ein Pilzsammler beide Leichen ohne Kopf und Hände aufgefunden hatte, hat der Polizist
gestanden, beide aus Habgier getötet zu haben.
15.03.1997 Ein 39-jähriger Polizist hat am Freitag morgen im
Gerichtsgebäude seine langjährige 33-jährige Lebensgefährtin mit mehreren
Schüssen tödlich verletzt. Insgesamt feuerte er 2 Magazine á 8 Schuß leer
und gab aus einem dritten Magazin einen weiteren Schuß ab. Seine ehemalige
Partnerin, die ihn auf Unterhalt verklagt hatte, wurde von 8 Geschossen, ihre
Anwältin von 3 Kugeln schwer verletzt. Auf die Richterin, die sich hinter ihren
Schreibtisch geduckt hat, feuerte der Täter ebenfalls einige Patronen. Nach den
gesetzen war er - selbst als Beklagter - berechtigt, das Gericht mit seiner
Dienstwaffe zu betreten. Gegen den Polizisten war bereits ein Strafverfahren
wegen gefährlicher Körperverletzung anhängig.
22.03.1997 Ein Darmstädter Polizist hat am Freitag eine Bank im
Odenwald überfallen und dabei rund 16.000,- DM erbeutet. Zuvor hatte der
39-Jährige in Reinheim eine Autofahrerin mit vorgehaltener Waffe gezwungen, ihm
ihr Auto zu überlassen. Bei einer Fahndungskrontrolle konnte der Täter
verhaftet werden. Er hatte zur Tat seine Dienstwaffe verwendet. Als
Motiv gab er seine schwierige finanzielle Situation an.
24.02.1998 Seit Montag steht ein Polizeihauptmeister der
Kriminalabteilung des Offenbach Polizeipräsidiums vor dem Landgericht
Darmstadt. Ihm wird vorgeworfen unter Verwendung seiner Dienstpistole und des
Dienstautos im Mai 1997 die Volksbank Sprendlingen und eine Bank in
Offenbach-Bürgel überfallen und ausgeraubt zu haben. Kurz nach seinem 2.
Überfall wurde er festgenommen, da ein Zeuge das Autokennzeichen notiert hatte.
Der Täter hat die Überfälle gestanden.
15.04.1998 Ein Beamter des Thüringischen Landeskriminalamtes erschoß
bei seiner Amokfahrt mit seiner Dienstwaffe in Süddeutschland einen 25-Jährigen
und verletzte einen bayerrischen Zivilfahnder durch Schüsse schwer. Motiv für
die Tat des LKA Experten war ein Streit, den er mit seiner Ex-Freundin hatte.
unzulässiger Waffengebrauch durch Polizisten:
17.03.1994 Nach einer wilden Verfolgungsjagd erschoß ein 29-jähriger
Polizeikommissar in Bad Endorf einen nach einem Unfall gestellten serbischen
Asylbewerber. Der Schuß löste sich "versehendlich" aus der Dienstwaffe
des Polizisten. Der Flüchtige wurde des Diebstahls verdächtigt. Knapp eine
Woche zuvor hatte eine Polizistin im oberbayerischen Weiden unter
rätselhaften Umständen ihren 38 jahre alten Kollegen erschossen.
28.05.1994 Vor dem Frankfurter Amtsgericht muß sich ein Polizist
verantworten, der im vergangenem Sommer einen Autofahrer ohne jede Warnung zwei
Mal beschossen und schwer verletzt hat. Der Autofahrer hatte in seinem
Wagen mit einer Gaspistole hantiert, was ein Zeuge der Polizei meldete. Laut
Zeugenaussage soll der Polizist ohne Anrufen auf den Kfz-Insassen geschossen
und ihn dabei in den Oberschenkel getroffen haben. Als der Getroffene zu Boden
ging, habe ihm der Polizist mit einem zweiten Schuß in den Rücken geschossen.
Der Schütze verweigert jede Aussage, sein Kollege stellt den Vorgang völlig
anders dar und spricht - entgegen den nachweislichen Verletzungen des
Getroffenen - auch nur von einem Schuß. Das Gericht beschloß daher weitere
Zeugen zu laden. Der Getroffene ist heute teilweise gelähmt.
15.06.1994 Zum zweiten Mal innerhalb von 3 Wochen steht ein Polizist der
Station Bad Homburg wegen "rätselhaftem Schußwaffengebrauch" vor
Gericht. Bei einer Personenkontrolle auf einem Königsteiner Parkplatz
hatte der 29-jährige Polizist aus ungeklärten Gründen durch die
Windschutzscheibe des zu kontrollierenden Fahrzeuges geschossen und den
20-jährigen Fahrer an Hals und Kiefer schwer verletzt. Die Insassen des
Fahrzeuges erwiesen sich als völlig unverdächtig und an keiner unrechtmäßigen
Handlung beteiligt. Die Aussagen des Polizisten über seinen versehentlichen,
reflexartigen Schußwaffengebrauch kollidieren mit der Aussagen einer neutralen
Zeugin.
08.07.1994 In Hannover wachsen die Zweifel an den Darstellungen über die
Umstände, unter denen ein Polizist am vergangenen Donnerstag einen
16-jährigen kurdischen Jungen erschossen hat. Der Junge, der illegal
Plakate geklebt, als ein SEK der Polizei auftauchte. Ursprünglich hatte die
Polizei angegeben, den angreifenden Jungen auf eine Entfernung von etwa drei
Meter in vermeindlicher Notwehr erschossen zu haben. Untersuchungen an der
Leiche ergaben, daß dem Junge aus einer Distanz von maximal 5 cm in den Rücken
geschossen wurde, als er im Polizeigriff mit auf den Rücken gedrehter linken
Hand abgeführt wurde. Wegen des Verdachts, daß hier etwas vertuscht werden
sollte, forderten die Parlamentarier des Landtags den Einsatz neutraler
Gutachter.
09.02.1996 Ein an den Händen gefesselter Häftling ist bei einem
Fluchtversuch von den begleitenden Justizangestellten erschossen worden.
15.02.1996 Das Frankfurter Landgericht verurteilte unter Az 73 Js 31496.3/92
einen Polizisten wegen fahrlässiger Tötung zu einer Geldstrafe in Höhe
von 8000,- DM. Er hatte einem unbewaffnetem Einbrecher, der fliehen wollte -
wie er sagte im Reflex - von hinten erschossen.
28.06.1996 Bei einer Fahrzeugkontrolle hat ein 27-jähriger Polizist
einen 42-jährigen durch einen Schuß mit seiner Dienstpistole schwer
verletzt. Die näheren Umstände sind noch unklar.
29.07.1996 Nach der Verfolgung eines 18-jährigen mutmaßlichen Autodieb
wurde dieser bei einem Handgemenge von einem Polizisten unter bisher
ungeklärten Bedingungen erschossen. Die beiden beteiligten Polizisten
sind noch nicht vernehmungsfähig.
17.08.1996 Beim Einsatz wegen des Poststellenüberfalls in
Gummersbach-Wiehl hat eine 34-jährige Polizeiobermeisterin aus Versehen
ihrem Kollegen in den Rücken geschossen und schwer verletzt. Aus bisher
ungeklärter Ursache erschoß sie sich im Anschluß möglicherweise ebenfalls
aus Versehen selbst. Die Täter waren unbewaffnet.
06.11.1996 Ein 24-Jähriger aus Eichenzell, der wegen erheblichen
finanziellen Problemen seine ehemalige Firma um 450.000,- DM erpreßte, wurde von
einem Polizisten 3 Stunden später bei der Flucht durch einen Wald erschossen.
Der Erpresser trug eine Schreckschußpistole bei sich.
16.11.1996 Ein 34-jähriger Türke aus Fürth/Odenwald wurde in der Nacht
zum Freitag durch einen Schuß aus einer Polizeiwaffe getötet. Der Türke war vor
einer Polizeikontrolle geflohen. Warum der Türke geflohen war und warum sich
der Schuß aus der Polizeiwaffe gelöst hat, ist noch unklar.
24.01.1997 Das Amtsgericht Nürberg verurteilte eine 20-jährige Polizistin
wegen fahrlässiger Tötung zu einer Geldstrafe. Sie hatte einen unbewaffenete
Griechen - nach Auffassung des Gerichts - unbegründet erschossen.
08.03.1997 Die Staatsanwaltschaft Stuttgart ermittelt gegen drei
Polizisten wegen Verdachts auf ein Tötungsdelikt. Sie hatten nach einer
Verfolgungsjagd vor einer Woche einen Autofahrer erschossen, obwohl es
keinen Grund für einen Schußwaffengebrauch gab.
24.07.1997 Am Mittwoch erschoß eine Münchner Polizistin einen
offensichtlich geistig verwirrten 34-jährigen Mann, der mit einem Messer
gedroht hatte.
04.11.1997 Das Amtsgericht Osterholz/Scharmbeck verurteilte eine Polizistin
wegen fahrlässiger Körperverletzung zu 7200 DM Strafe und 5000,- DM Schmerzensgeld
an das Opfer. Sie hatte bei einem Einsatz eine unbeteiligte Frau durch einen unabsichtlich
abgegebenen Schuß schwer verletzt. Das Gericht bewertete als strafmildernd,
daß die Polizistin nur unzureichend an der Waffe ausgebildet worden sei und nur
einmal im Jahr Schießtrainig stattgefunden habe. Das Innenministerium
Niedersachsens sah bei einer Stellungnahme keine Notwendigkeit für irgendwelche
Maßnahmen. Bei den 17.000 waffentragenden Polizisten Niedersachsens käme es jährlich
nur zu 2 - 3 ähnlichen Schießunfällen, die zwar bedauerlich seien, aber
innerhalb üblicher Größenordnungen lägen.
07.04.1998 Beim unsachgemäßen Hantieren mit seiner Dienstwaffe erschoß
ein 21-jähriger Polizist in der elterlichen Wohnung in Hofheim aus Versehen
seinen 15-jährigen Bruder.
21.08.1998 Das Stuttgarter Landgericht verurteilte einen 28-jährigen Polizeibeamten
wegen gezielten tödlichen Schüssen auf einen 19-jährigen flüchtigen
Sittlichkeitsverbrecher wegen Totschlags zu einer Freiheitsstrafe von einem
Jahr und vier Monaten auf Bewährung.
illegale Waffeneinfuhr
20.07.1994 Das Zollfahndungsinstitut hat bei Hausdurchsuchungen in
Südbayern eingeschmuggelte Waffen und Munition im Wert von einer halben Million
DM sichergestellt (277 Gewehre, 105 Pistolen, 12 Kriegswaffen, 3,2 Kilo
Sprengstoff 200 Kilo Munition) . Die Waffen seien überwiegend aus Österreich,
in Einzelfällen aus Tschechien und der Schweiz eingeführt worden. Es seien mehr
als 300 Ermittlungsverfahren gegen meist unbescholtene Durchschnittsbürger eingeleitet
worden. Vor allem über die von Österreich zurückgeforderte Mehrwertsteuer sei
der Zoll auf diese Fälle aufmerksam geworden. Auch der Zoll Baden-Württembergs
meldete eine ähnliche Aktion mit zahlreichen Sicherstellungen. Das Karlsruher
Zollfahndungsamt teilte mit, daß es allein nach einer Waffenbörse in Straßburg
an der Grenze 107 Schußwaffen und 4625 Schuß Munition sichergestellt habe.
25.11.1994 Bei der Durchsuchung von 27 Wohnungen in Hessen und Bayern
fand die Polizei mehr als 200 Feuerwaffen, 40 Handgranaten, 8 Kilo
Plastiksprengstoff, 100 Zünder, eine Rohrbombe und 22 Kisten Munition. Die
Waffen stammten aus dem ehemaligen Jugoslawien, Österreich und Tschechein und
sollten in der BRD verkauft werden. Bei den Tatverdächtigen handelt es sich um
Privatleute im Alter von 29-56 Jahren aus verschiedenen Berufsgruppen.
01.01.1995 Nach der Statistik des BKA wurde 1994 gegen 0,01% der
legalen Waffenbesitzer Ermittlungen wegen Straftaten geführt. Hierunter
waren auch Polizisten und Selbstmörder, sowie Straftaten, die aus dem bloßen
Verstoß gegen das Waffengesetz selbst bestanden.
29.03.1995 Der Sicherheitsexperte des BKA Jürgen Stoltenow berichtet,
daß sich immer mehr Deutsche illegal mit Schußwaffen eindecken, die sie aus dem
Ausland einschmuggeln. 1993 seien etwa 14.000 Schußwaffen sichergestellt
worden. Der Schmuggel würde dadurch erleichtert, daß das Waffengesetz z.B. in
Belgien und Frankreich weit aus weniger streng sei, als in Deutschland. Dort
genüge meist ein Personalausweis, um ganz legal eine Waffe kaufen zu können. An
den Westgrenzen könnten diese dann wegen den offenen Grenzen ohne Schwierigkeit
in die BRD gebracht werden. Unter den sichergestellten Waffen befänden sich
neben Pistolen und Gewehren auch Maschinenpistolen und sogar Handgranaten. Der
Trend der Bewaffnung der Deutschen sei zunehmend. Haupt-Käuferland der
Deutschen sei hier Tschechien. Hier müsse der Käufer nur versichern, daß er die
Waffe aus Tschechien ausführt. In Hessen wurden vom HLKA 1994 1736 Waffen
sichergestellt, das waren 112 mehr als im Vorjahr.
18.08.1995 Der Neonazi Peter Naumann hat den Polizeibehörden als Beweis
seiner Abkehr von der rechtsradikalen Szene 4 von 8 zugesagten Waffendepots der
Neonazis gezeigt. In diesen lagerten 150kg Waffen und Sprengstoffe, die
überwiegend aus Ex-Jugoslawien stammten.
10.06.1996 Die Polizei hat den Lieferanten der Handgranate ermittelt,
die bei der Entführung im Falle Reemtsma zur Drohung benutzt wurde. Sie stammte
aus den Beständen der ehemaligen jugoslawischen Armee (Anm. und war illegal
eingeführt worden, denn etwas anderes ist nicht möglich)
04.01.1997 In einer anläßlich des Selbstmords einer phsychisch kranken
Frau in der Sindlinger Kirche abgegebenen Erklärung der frankfurter Polizei,
ist es möglich, auf dem Schwarzmarkt jede beliebige Waffe zu erhalten. So seien
in der Bundesrepublik 1986 alleine 206 Handgranaten aus Ländern des
ehemaligen Warschauer Paktes sichergestellt worden. Bei einem im Sommer 1993
zerschlagenen Waffenhändlerring seien 200 Waffen vom Revolver bis hin zur
Maschinenpistole sichergestellt worden. 23.07.1997 Nach Erkenntnis
des LKA in Wiesbaden werden Handgranaten in Deutschland immer häufiger zu
Verbrechen benutzt. Nach deren Sprengstoff-Experten Dieter Krickhahn sei aus
den ehemaligen Kriegswaffen mitlerweile ein alltägliches Tatmittel geworden.
1995 habe das LKA in Hessen 18, 1996 bereits 53 Handgranaten
sichergestellt, sowie zwei versuchte und drei vollendete Anschläge damit
gezählt. Die Granaten stammten zum größten Teit aus ehemaligen
Ostblockbeständen. Nach Meinung der LKA Experten sei es für Täter aus dem
kriminellen Milieu kein Problem, sich jederzeit Granaten zu geringem Preis zu
beschaffen.
11.09.1997 Eine neu eingezogene Mieterin fand im Briefkasten ihrer
Wohnung eine 9mm Luger Pistole des Zweiten Weltkrieges, 4 Packungen
zugehörige neue Munition, sowie zwei Detonations- und 2 Splitterhandgranaten
jugoslavischer Herkunft. Es scheint nicht ermittelbar, wer von den ehemaligen
Mietern die Waffen dort deponiert hatte. In dem Zusammenhang wies die
Frankfurter Kriminalpolizei auf die große Zahl von Waffen hin, die aus dem
ehemaligen Jugoslavien eingeschmuggelt würden.
21.03.1998 Hessische Polizisten stellten 1997 1794 Waffen sicher.
Darunter waren 56 Handgranaten. In 856 Fällen wren die Waffen bei
Straftaten verwendet worden. Bei 41% der Waffen handelte es sich um frei
verkäufliche Gaspistolen.
Hauptursachen für unnatürliche Todesfälle
27.04.1994 Jeder dritte Trinker ist erblich vorbelastet. Drei Millionen
Bundesbürger trinken deutlich zu viel und sind im Grunde kranke Menschen. Der
Alkohol schädige nicht nur die Leber, sondern jedes Organ.
23.11.1994 ( Hess.Verkehrsminister) Mehr als 5000 Autofahrer, die im
vergangegen Jahr auf Hessischen Straßen in Unfälle verwickelt waren, standen
unter Einfluß von Alkohol, 82 Pkw-Lenker unter Einfluß von Rauschgift. In knapp
3000 Fällen wurden dabei Menschen getötet oder verletzt. 1992 waren es noch
5400 Unfälle unter Alkoholeinfluß und 102 Fälle unter Rauschgifteinfluß.
14.12.1994Nach Feststellungen der Deutschen Hauptstelle für
Suchtgefahren ist jeder 20.Deutsche suchtkrank. Nur etwa jeder 5. Bürger der
alten Bundesländer trinkt keinen Alkohol, in den neuen Bundesländer ist es nur
jeder 9. .Mehr als ein Drittel der Bundesbürger raucht mehr als 15 Zigaretten
pro Tag. 17 Millionen Raucher gelten als medizinische Behandlungsfälle. Die
Zahl der auf Nikotin direkt zurückzuführenden Todesfälle werden auf 90.000, die
der Alkoholtoten auf 40.000 Bunddesbürger geschätzt. 1738 Bundesbürger sterben jährlich
an verbotenen Drogen. Hauptschädiger ist jedoch der Alkohol. Die
gesellschaftlichen Folgekosten werden auf 30 bis 80 Milliarden DM geschätzt.
24.12.1994 Alkoholunfälle forderten 1993 in Deutschland 2048
Menschenleben, daß waren 20% aller Todesopfer im Straßenverkehr. 142.000
Kraftfahren wurde die Fahrerlaubnis wegen Alkohol am Steuer entzogen.
12.01.1995 Der Rat der europäischen Verkehrssicherheit der Europäischen
Union fordert die Mitgliedsstaten der EU auf, die Höchstgeschwindigkeit auf
allen Autobahnen auf 120 km/h zu beschränken. Wöchentlich stürben 1000 Menschen
auf Straßen der EU. Häufigste Ursache sei überhöhte Geschwindigkeit. Schon die
Verringerung der durchschnittlichen Fahrtgeschwindigkeit um nur 5 km/h würde
jährlich 11.000 Tote und 180.000 Unfälle mit Verletzten vermeiden. Insgesamt
seien Jahr für Jahr 50.000 Verkehrstote und 1,25 Millionen Verletzte durch den
Straßenverkehr zu beklagen.
08.05.1995 1994 verungglückten 38.313 Fahrer und Beifahrer von
Zweirädern. Dies waren 8,8% mehr als im Vorjahr. 934 Motorradfahrer kamen dabei
ums Leben. Dies ist eine Steigerung von 5,5% gegenüber dem Vorjahr.
29.05.1995 Unmittelbar vor dem Welt-Nichtrauchertag forderte der
Krebsforscher Prof. Ferdinand Schmidt eine gesellschaftliche Ächtung des Rauchens,
einen Nichtraucherschutz, sowie Rauchverbot für alle öffentlichen Räume.
Weltweit stürben jährlich 3 Millionen Menschen an den Folgen des Rauchens. In
den Industriestaaten ließen sich 95% aller Lungenkrebsfälle auf das Rauchen
zurückführen. Hinzu kämen sie als Ursache für 85% aller chronischen
Bronchitis-Erkrankungen und 25% aller Sterbefälle durch Herzkrankheiten. Jeder
Raucher verlöre durch seine Sucht im Durchschnitt 22 Jahre seines Lebens.
Beispielhaft seien in positiver Hinsicht die Erfolge der USA, dort sei durch
Rauchverbote in öffentlichen Räumen, während Inlandsflügen und in Restaurants
das öffentliche Ansehen des Rauchens und damit das Rauchen selbst stark
gesunken.
01.06.1995 Die österreichische Regierung hat zum Weltnichtrauchertag ein
neues Gesetz verabschiedet, nach dem das Rauchen in allen öffentlichen
Gebäuden, auch dem Parlament selbst, verboten ist. Plakatwerbung für Tabakwaren
ist in Sichtweite von Schulen nicht mehr erlaubt. Generell ist die Reklame nur
noch für Zigarettensorten erlaubt, die weniger als zehn Milligramm Kondensat
pro Zigarette enthalten. Bis auf die Rechtspartei "Freiheitlichen"
stimmten alle Fraktionen dem Gesetz zu. Nach dem Verband "Deutsche
Krebshilfe" sterben in Deutschland pro Jahr 36.000 Menschen an Bronchial-
und Lungenkrebs.
06.12.1995 Nach der Deutschen Hauptstelle gegen Suchtgefahren ist jeder
achte Deutsche von Alkoholmißbrauch betroffen. 2,5 Millionen Bürger seien
behandlungsbedürftige Alkoholiger. Unter ihrer Sucht litten auch deren 7,5
Millionen Angehörige. Die Deutschen seien Weltmeister im Trinken. Die Zahl der
alkoholbedingten Todesfälle wird auf 40.000 pro Jahr geschätzt. Der jährliche
Volkswirtschaftliche Schaden erreiche bis zu 80 Milliarden DM. Der DHS verlangt
daher von der Regierung eine Einschränkung des Zugangs zum Alkohol. Neben
Alkoholsüchtigen gäbe es ca. 120.000 Abhängige illegaler Drogen und 1,4
Millionen Medikamentensüchtige. Jeder dritte der rund 18 Millionen Raucher sei
behandlungsbedürftig. Der Konsum von Schlafmitteln sei alamierend. Die
Steuereinnahmen für Alkohol und Tabak liegen bei 28 Milliarden DM. Statt diese
zur Suchtvermeidung einzusetzen, subventioniere der Bund hieraus die
Spirituosenindustrie mit 330 Millionen DM jährlich.
14.03.1996 Die Versicherer fordern eine niedrigere Promillegrenze von
0,5 wenn nicht gar 0,3 Promille. Durch Alkoholunfälle würden jährlich 1800
Menschen getötet und 20.000 schwer verletzt. Jeder fünfte Unfall mit Todesfolge
gehe auf das Konto von Alkohol.
13.11.1996 Die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen haben einen
Gesetzesentwurf vorgelegt, nachdem das Rauchen in öffentlichen verkehrsmitteln
verboten sein soll. Auch die SPD strebt einen besseren Nichtraucherschutz an.
Nach wissenschaftlichen Untersuchungen sterben alleine in der Bundesrepublik
jährlich 400 Menschen an den Folgen des passiven Rauchens. In Europa sterben
ca. 800.000 Menschen an den Folgen des Rauchens. Der Entwurf zielt nicht dahin,
eine rauchfreie Gesellschaft zu erzwingen und repektiere das Rauchen als Teil
der freien Entfaltung der Persönlichkeit. Dies findet jedoch dort seine
Schranken, wo andre belästigt oder massiven gesundheitlichen Folgen ausgesetzt
werde.
18.11.1996 Im Jahr 1996 werden ca. 135 Milliarden Zigaretten zu35,6
Milliarden DM geraucht werden. Daran verdient der Fiskus durch Tabak- und
Mehrwertsteuer 72% des Betrages, rund 20,6 Milliarden DM. Bis zum Jahre 2000
wird nur noch ein geringes Wachstum des Zigarettenverbrauchs auf ca. 136,7
Milliarden Stück erwartet. Im Durchschnitt kostet heute eine Filterzigarette
das Doppelte wie vor 20 Jahren.
28.03.1997 Nach medizinischen Studien der "New York Journal od
Medicine" und der "Society of Community Medicine" verursachen
Raucher 50% mehr Unfälle und sind 46% häufiger in Verkehrsdelikte verwickelt
als Nichtraucher. Als Grund wird eine vermehrte Produktion von
Tränenflüssigkeit vermutet, wegen der Raucher häufiger die Augen schlössen.
Dadurch führen sie weniger aufmerksam. Hinzu käme eine erhöhte
Kohlenmonoxidkonzentration im Blut, die die Sauerstoffversorgung verschlechtere
und zu Ermüdung führe. Dadurch würden die Reflexe vermindert und die
Konzentration weiter gemindert.
18.06.1997 Nach Berechnung des Verbands der Technischen
Überwachungsvereine würde eine Herabsetzung von 0,8 auf 0,5 Promille Alkohl die
Unfallgefahren drastisch senken, da Personen mit 0,5 Promille Alkohl noch klar
entscheiden könnten, keinen weiteren Alkohl mehr zu trinken, Personen, die
bereits 0,8 Promille Alkohol im Blut hätten seien dazu nicht mehr in der Lage
und tränken weiter. Jeder 2. von den 8755 jährlichen Unfalltoten in der BRD sei
durch Trunkenheit bedingt. Die Zahl der Personen, die mit 1,6 Pormille Alkohl
noch ein Auto fahren und dabei erstmals auffallen, habe sich 1996 gegenüber von
1995 um 12,9% auf 25.288 überführte Personen erhöht. Insgesamt würden jährlich
ca. 200.000 betrunkene Kraftfahrer durch die Polizei gestellt. Die Polizei
Schätz, daß jährlich etwa 120 Millionen Fahrten in berauschtem Zustand
stattfänden. In der EU verlieren jedes Jahr insgesamt 45.000 Menschen ihr Leben
durch Autounfälle.
16.08.1997 Insgesamt wurden 1996 vom TÜV 151000
medizinisch-psychologische Gutachten erstellt. Zu 70% betraf dies Fälle, bei
denen Autofahrern der Führerschein wegen Alkohol am Steuer abgenommen wurde.
4865 Der Fahrer waren wegen Drogen oder Medikamentenmißbrauch fahruntüchtig
gewesen. Dies entspricht einer Zunahme von 7.9%. 43% der Überprüften wurden als
ungeeignet zum Führen eines Kfzs eingestuft. Obwohl die Anzahl der
aufgefallenen Fahrten unter Alkoholeinfluß leicht rückläufig waren, zeigt man
sich darüber besorgt, daß die Zahl der stark alkoholisierten Fahrer (mehr als
0,16%) die erstmalig aufgefallen waren, um 12,9% zugenommen hat. Nach
verschiedenen Berechnungsmethoden liegt das Verhältnis der unentdeckt
alkohlbeeinflußten Fahrern zu den ertappten bei wenigstens 1:60 und maximal
1:600. Man schätzt, daß jährlich etwa 120 Millionen Autofahrten unter
Alkohleinfluß stattfinden. Jeder 5. Verkehrstote wird durch Alkohol am Steuer
verursacht. Das waren 1996 1468 von 8755 Verkehrstoten. Eine umfassende Studie der
Universität des Saarlands hat vor einigen Jahren jedoch ergeben, daß bei
genaueren Untersuchungen etwa die Hälfte aller Verkehrstoten Opfer von
betrunkenen Fahrern sind. Der TÜV verlangt daher, daß die Promillegrenze
endlich wie in Frankreich und europaweit angestrebt, auf 0,05% gesenkt wird.
Dies würden nach repräsentativer Emnid-Umfrage 79% der Bevölkerung befürworten.
17.04.1998 Nach der jahresstatistik der Schutz- und Kriminalpolizei des
Wetteraukreises stieg 1997 die Zahl der Unfalltoten sowohl gegenüber 1996, als
auch gegen 1995 dramatisch um 41% auf 38 Opfer. In den Vorjahren wares es
lediglich jeweils 27 Verkehrstote. Bei 20% der tödlichen Unfällen wurde Alkohol
am Steuer festgestellt.
18.05.1998 Jedes Jahr sterben in Deutschland 1500 Säuglinge, weil ihre Eltern
rauchen, stellte der Heidelberger Kinderarzt des Deutschen
Krebsforschungszentrums Heidelbergs fest. Ein ungeborenes Kind habe 20 Minuten
nach dem Zigarettenkosum der Mutter den gleichen Nikotingehalt im Blut wie
seine Mutter. Nach seiner Geburt sei auch die Muttermilch mit Nikotin
angereichert. Durch diese Schädigungen seien Ungeborene mit zu wenig Sauerstoff
versorgt, da das Nikotin den Sauerstoffgehalt des Blutes zurücksetzt. Sie
wüchsen daher langsamer als Kinder von nichtrauchern. Die Zahl der
Frühgeburten, auch der nicht-lebensfähigen stiege. Die Gefahr des plötzlichen
Kindstodes verdoppele sich bei Raucherkindern. Werden mehr als 20 Zigaretten
pro Tag geraucht, so verfünffache sich dieses Todesrisiko. Raucherkinder
erkrankten doppelt so häufig an Blutkrebs als Nichtraucherkinder. Bereits in
den ersten Lebensmonaten hätten Raucherkinder typische Raucherkrankheiten wie
erhöhter Blutdruck, zu schneller Herzschlag, Astma und Bronchitis. Hinzu litten
sie verstärkt an Konzentrations- und Sprachstörungen. Ihr Intelligenzquotient
läge im Schnitt um 5 Punkte unter dem unbelasteter Kinder.
27.06.1998 Nach Angaben des Hessischen Innenministeriums wurden 1997
rund 10.000 junge Menschen zwischen 15 und 24 Jahren vom Weg von einer
Diskothek in einen Verkehrsunfall verletzt. Dabei wurden 2200 Personen zwischen
15 und 24 Jahren schwer verletzt. 146 Personen starben dabei. Einer der
hauptgründe für die Unfälle war der Konsum von Alkohol und Drogen.
18.08.1998 Die Bombe, die beim Anschlag in Nairobi 247 Menschen tötete,
ähnelte der Bombe, die im April 1995 in Oklahoma eingesetzt wurde. Der
Sprengsatz bestand aus Ammoniumnitrat und Heizöl.
Tresordiebstähle
13.10.1978 (fr - ap) Aus der Polizeistation Ritterhude/Bremen stahlen
unbekannte Täter in der Nacht zum Donnerstag 2 Maschinenpistolen, vier
Pistolen, 400 Schuß Munition und drei Gassprühdosen. Die Einbrecher hatten
einen gepanzerten Waffenschrank aufgebrochen.
05.04.1995 (fr -lhe) Das Hessische LKA registrierte alleine im ersten
Quartal 1995 19 Diebstähle von Tresoren aus Banken, Supermärkten und
Poststellen. Dabei gingen die Gannoven mit hohem Gewaltpotential vor. Türen und
Mauern würden mit einem LKw oder Bagger eingefahren. Gitter mithilfe von
Baustellenfahrzeugen und Stahlseilen eingerissen. Vor der Tat würde alle am
Gebäude verlaufenden Kabel durchtrennt. Bereits 1993 ging dem Hessischen LKA
eine rumänische Bande ins Netz, die alleine 20 Tresore erbeutet hatten. 1994
wurden in Hessen 60 Tresore geraubt.
12.06.1996 (fr - habe) Zwei unbekannte Räuber haben sich am bei
Ladenschluß in einer Drogerie einschließen lassen und die Angestellten zwanzig
Minuten später mit Pistolen bedroht und zur Öffnung des Tresors
gezwungen. Die Täter entkamen mit der Tageseinnahme von 13.000,- DM.
03.09.1996 Vier unbekannte Männer, die sich als Kaufinteressenten des
Gestüts eines Butzbachers ausgaben, bedrohten den 67-jährigen und seine
89-jährige Mutter mit einem Messer, fesselten und knebelten sie,
öffneten mit den vorgefundenen Schlüsseln den Tresor und raubten eine
Münzsammlung im Wert von 200.000,- DM.
25.09.1996 (fr - habe) Als eine 28-jährige, frankfurter Bedienung
zusammen mit einem Bekannten das Lokal nach Feierabend verlassen wollte, wurde
sie von einem mit einer Pistole bewaffnetem Mann in das Lokal zurückgedrängt
und gezwungen den Tresor zu öffnen. Der ca. 35 Jahre alte Täter, entkam
mit ca. 8.500,- DM.
02.10.1996 (fr - pid/dpa) Drei mit Sturmhauben und Sonnenbrillen
maskierte Täter überfielen am Dienstag morgen die Volksbank
Dassel/Niedersachsen und erbeuteten 200.000,- DM. Sie bedrohten die
Angestellten mit Pistolen und fesselten sie mit Handschellen aneinander.
Einer der Angestellten mußte den Tresor öffnen. Trotz sofort
eingeleiteter Fahndung sind die Täter entkommen.
12.11.1996 (fr - str) Ein etwa 1,80 m großer, maskierter Mann mit
kräftiger Statur bedrohte am Montag den Filialleiter eines Lebensmittelmarktes
mit einer Pistole und erzwang das Öffnen des Tresors. Er
erbeutete etwa 40.000,- DM. Der Täter sprach Türkisch und gebrochenes Deutsch.
28.12.1996 (fr - kat) In einem Marktgelände in Echzell überfielen zwei
mit einer Pistole bewaffneten Täter eine Spielothek und zwangen die 40 jährige
Angestellte, den Tresor zu öffnen. Die maskierten Täter sprachen gebrochenes
Deutsch und erbeuteten 2000,- DM.
02.01.1997 (fr - ric) Unter Prügeln und Bedrohung mit einem Messer
mußte der Angestellte einer Metzgerei in der Frankfurter B-Ebene den Tresor
öffnen. Der Täter, der gebrochen deutsch sprach, konnte mit dem gestolenem
Geld unerkannt entkommen.
06.01.1997 (fr) Einbrecher haben in der Nacht zum Freitag den Tresor der
Diskothek Fantasy in Frankfurt ausgeraubt. Der Tresor wurde mit einem
elektrischen Trennschleifer geöffnet.
20.01.1997 (fr - nes) Zwei mit Wollmützen maskierte Männer lauerten am
Freitag dem Leiter des Penny-Marktes Ober-Mörlen auf, drängten ihn mit
Waffengewalt in den Supermarkt zurück und zwangen ihn, den Tresor zu
öffnen. Anschließend machten sie das Telefon unbrauchbar, und schlossen das
Personal ein. Die Täter sprachen mit osteuropäischem Akzent.
19.02.1997 (fr - lhe) Zwei bewaffnete Bankräuber erbeuteten am Dienstag
maorgen in einer Wiesbadener Bank 400.000,- DM. Sie lauerten den Angestellten
auf und zwangen sie, den Tresor zu öffnen.
18.03.1997 (fr - nes) Nach Auskunft der Friedberger Kriminalpolizei stahlen
in der Nacht zum Samstag unbekannte Einbrecher den Tresor des Postamts
Bad Nauheim samt Inhalt. Sie setzten die Alarmanlage außer Betrieb, brachen die
Türen auf und wuchteten den Tresor in ihr Fahrzeug.
15.04.1997 (fr - ze) Zwei maskierte Männer zwangen am Montag kurz vor 6
Uhr eine Angestellte des HL Marktes Bad Vilbel mit vorgehaltener Pistole den Tresor
zu öffnen. Ihnen vielen dabei Schecks und zwei Geldbombem mit ca. 40.000,-
DM in die Hände.
13.05.1997 (fr - dia) Am Sonntag abend wurde eine Frau und ihre
vierjährige Tochter in Niederlibbach von zwei unbekannten Männern überfallen
als sie aus dem Haus gingen, um den Mülleimer zu leeren. Die Täter zwangen sie
den Tresor zu öffnen, verbanden ihr und ihrer Tochter die Augen und
fuhren mit beiden im BMW des Opfers davon. Erst am nächsten morgen ließen sie
beide in der Nähe von Trier wieder frei.
14.07.1997 (fr - af) Unbekannte Täter brachen in der Nacht zum Freitag
in eine Apotheke in Karben ein und stahlen zwei Tresore mit
Arzeneimitteln, Bargeld und Geschäftspapieren.
20.10.1997 (fr - enk) Zwei mit Motorradhauben maskierte und mit einem Fleischermesser
bewaffnete Männer lauerten in Alt-Niedereschbach einen 26-jährigen Marktleiter
und zwangen ihn, den Tresor zu öffnen. Sie entkamen mit 13.000,- DM.
17.11.1997 (fr - tja) Am Freitag abend wurde ein Lebensmittelmarkt im
Ahornweg/Hanau überfallen. Der etwa 25 jährige Mann bedrohte drei Angestellte
mit einer Pistole und zwang sie, den Tresor zu öffnen. Er erbeutete
mehr als 10.000,- DM.
21.08.1998 Unbekannte Einbrecher drangen in den Morgenstunden des
Mittwoch in einen Getränkemarkt ein und raubten dort 1000 DM in Münzen. Zuvor
hatten sie die Alarmanlage überwunden.
26.08.1998 (fr - mu) 3000,- DM erbeuteten Einbrecher im Edeka-Markt Bad
Vilbel. Sie schweißten den Tresor auf.
29.08.1998 (fr - habe) Ein 30-jähriger Filialleiter eines Supermarktes
wurde beim Verlassen des Marktes von einem Unbekannten mit einem Messer
bedroht und in den Markt zurückgedrängt. Dort mußte er den Tresor
öffnen. Der Täter erbeutete 5000,- DM und fesselte sein Opfer mit Klebeband an
ein Regal.
30.08.1998 Unbekannte brachen in der nacht zum Mittwoch in die
Poststelle Karben ein und erbeuteten den Tresor samt Inhalt.
30.08.1998 Vermutlich die gleichen Posträuber wie in Karben, brachen
zwei Tage später in die Postagentur Rockenberg ein und entwendeten dort
ebenfalls den Tresor. Sie erbeuteten dabei mehr als 100.000,- DM.
Polizeiliche amtliche Einschätzung von Einbruchdiebstählen:
06.11.1995 (fr - Kriminalpolizeiliche Beratungsstelle
Frankfurt/Main-Taunus-Kreis) 9 von 10 Diebstählen sind Gelegenheitsdiebstähle,
die nach dem Strickmuster verlaufen schnell rein, schnell einsacken und schnell
wieder raus. Es bedarf daher keines optimalen Schutze, der alle Eventuallitäten
berücksichtigt, sondern lediglich Vorkehrungen, die die schnelle Gelegenheit
vereiteln. Das sei oft einfacher als gedacht. So genüge z-B. ein zwischen
Terassentürrahmen und Wand geklemmter Stock oder Besenstiel und die Tür ließe
sich nicht mehr aufschieben. Statistisch sei erwiesen, daß Diebe keine
Scheiben einschlügen, da dies zu viel Lärm mache, zu zeitaufwendig sei und die
Verletzungsgefahr für sie zu groß sei. Die Zeit der spektakulären Brüche
gäbe es nur noch in Fernsehkrimis.
01.12.1995 (fr - Sonderkommission "Karparten"/"Salz"
der Kripo) Seit Jahresbeginn haben vom rumänischen Geheimdienst geschulte
Banden in Hessen 1450 Straftaten begangen. Hauptziel dieser auf Geld aus
seienden Banden währen Poststellen. Dabei hätten sie bereits 170 Tresore aus
Baumärkten, Poststellen und Banken gestohlen. Dabei gingen sie mit
brachialer Gewalt vor, ein Teil der Bande durchtrenne sofort Strom-und
Telefonkabel, Kabel von Bewegungsmeldern und Alarmanlagen, während andere
Mitglieder mit einem Fahrzeug die Tür oder Wand einfahren und den Tresor
stehlen. Es dauerte kaum 4 Minuten und die Bande wäre mit der Beute wieder auf
der Flucht, wodurch die Polizei in den ländlichen Regionen bei Anfahrtszeiten
von bis zu einer halben Stunde kaum Chancen habe, die Täter unmittelbar zu
fassen. Dabei käme Hessen noch ganz gut davon, in Mecklenburg und
Brandenburg lägen die Fallzahlen bis sieben Mal so hoch.
1998 - siehe Anlage, alleine 17 Tresordiebstähle bzw. Ausraubungen von
Tresoren im mittelhessischen Raum.
14.10.1999 (fr - lhe) Zum 3. Mal innerhalb von 2 Monaten drangen
unbekannte Täter in eine Postfiliale ein und schweißten den Tresor auf.
Offenbar handelt es sich um die gleichen Täter, die am 4.August in die Post von
Dieburg, am 1. September in die Post von Münster/Dieburg) und am 14. Oktober in
die Post von Seeheim/Dieburg einbrachen.
15.07.2000 Mehr und mehr häufen sich Vorfälle, in denen Räuber
Poststellenleiter vor ihren Ämtern auflauern und mit Pistolengewalt zwingen,
den Tresor zu öffnen. So geschah es auch am heutigen Tag in der Franfurter
Poststelle in Eschersheim. Ähnlich gingen Täter in den Frankfurter Filiaen Nied
und Praunheim im März 2000 vor. Im Herbst 1999 erbeuteten sie auf diese Weise
in der Frankfurt-Sindlinger Agentur 85.000 DM.
Entwicklung Straftaten:
13.02.1996 (fr - Klaus Timm/HLKA) Für das Jahr 1995 verzeichnet das
Hessische LKA erneut einen leichten Rückgang der Kriminalität in Hessen. Die
Straftaten sanken um 1,9%. Insgesamt waren es 9000 weniger Straftaten
als 1994. Der Rückgang wäre noch größer gewesen, wären nicht gleichzeitig
Straßenraube von jugendlichen Straftätern stark um 13,1% angestiegen. Diese
betrafen hauptsächlich Mountainbikes, Turnschuhe und Bomberjacken. Um 10.500
Fälle war hingegen der Diebstahl. Unter den Straftaten waren 353 Straftaten
gegen das Leben, die rein statistisch kaum ins Gewicht fallen (org. Hinweis
des HLKA). Unter diesen Tötungsdelikten waren mehr als die Hälfte Totschlag und
Töten auf Verlangen.
07.08.1996 (fr-habe) Die Zahl der Raubüberfälle auf Straßen und Plätzen
Frankfurts ist in den vergangenen 6 Monaten stark zurückgegangen. Die
Fallzahlen lagen nach Angabe der Polizei im Vergleich zum 1. Halbjahr 1995 um
24% niedriger. Im Vorjahr ware es 870 Fälle, in diesem Jahr lediglich 662. Für
die Polizei ist dieser Rückgang nicht erklärbar. fest stehe, daß sich die
Straftaten auch nicht in andere Ortsteile verlagert haben.
01.11.1996 (fr - ap) Zum ersten Mal seit 1990 ist die Zahl der verurteilten
Straftäter in den alten Bundesländern zurückgegangen. Sie sank laut
Statistischem Bundesamt um 3% auf 741.900 Personen.
01.01.1197 Jedes Jahr sterben in Deutschland ca. 900.000 Menschen. Das
sind ca. 1,1% der Bevölkerung. 95% sterben auf natürliche Weise. Von den
restlichen 5% sind 12.000 Selbsttötungen, 10.000 Verkehrstote, 8.000
Hausunfälle und 3.500 Tötungsdelikte. In Hessen starben 1996 48 Menschen durch
Mord und Totschlag. Dies bedeutet seit Anfang der 90er Jahre ein Rückgang
auf fast die Hälfte der Gewalttaten. Damals betrug die Mordrate noch 80
Tote pro Jahr.
05.02.1997 (fr - ukn) Wie der Generalbundesanwalt Kay Nehm anläßlich der
Frage, ob der mutmaßliche Terrorist(ensympatisant) Seidler angeklagt werden
soll, am 04.Febr. 1997 bekanntgab, ist die Bedrohung der inneren Sicherheit
der Bundesrepublik durch Terroristen insgesamt rückläufig. Die
Rote-Armee-Fraktion sei nahezu bedeutungslos geworden, auch die Gewalttaten
kurdischer Extremisten seien zurückgegangen. Ebenso sei die Bedrohung durch
Rechtsextremismus im vergangenen jahr deutlich zurückgegangen.
19.02.1997 (fr - enk) Bei einem Rundgang durch das Rotlicht-Milieu in
Frankfurt, begrüßten die Frankfurter SPD-Vorsitzende Rita Streb-Hesse und der
Hessische Innenminister Gerhard Bökel den Rückgang der Straftaten in
Frankfurt um knapp 3%.
14.02.1998 (fr - lhe) Nach der von Innenminister Gerhard Bökel
vorgelegten Kriminalstatistik wurde in Hessen 1997 weniger gestohlen. Insgesamt
sank die Zahl der Straftaten trotz Ansteigens der Rohheitsdelikte 0,9%. Damit
ist die Krimijnalität seit dem Höchststand 1993 kontinuierlich um 7,5%
zurückgegangen. Mord und Totschlag forderten in Hessen 88 Opfer. Dabei ging
die Zahl um 8,6% zurück und erreichte den niedrigsten Stand seit 1968.
21.02.1997 (fr - enk) Die Aufklärungsquote bei Straftaten war 1996 in
Frankfurt so hoch wie nie zuvor. Sie betrug 45,3%. Hinzu kommt, daß die
Straftaten in Frankfurt und dem angrenzenden Main-Taunus-Kreis im Vergleich zum
Vorjahr um 2,8% zurückgegangen ist, das entspricht 4000 Straftaten weniger.
Hessenweit gingen die Straftaten um 0,4% zurück. Die Wohnungseinbrüche gingen
um 2,6% zurück. Sorgen bereite der Trend, daß die Täter immer gewaltbereiter
seien und immer stärker bewaffnet wären. Hier sei eine Zunahme um 6,7% zu verzeichnen.
Sorge bereite auch die immer stärkere Kriminalisierung der Jugendlichen. Sie
sei im abgelaufenen Jahr bei Kindern bis 14 Jahren um 14,5% und bei Kindern bis
18 Jahre um 5% gewachsen. Dieser Trend könne jedoch nicht mit polizeilichen
Maßnahmen, sondern nur durch bessere Jugendpflege gestoppt werden.
26.11.1997 (Polizei Wetteraukreis - fr) Die Wetterau zählt zu den
sichersten Landkreisen Hessens, stellte der RP in Darmstadt fest. Die
Aufklärungsquote sei überdurchschnittlich gut und weiter ansteigend. Allerdings
sei die Wetterauer Polizei daher auch die am stärksten belastete
Polizeidienststelle Hessens.
21.02.1998 (fr - hein) Die Verbrechensrate stagnierte im vergangenen
Jahr im Main-Kinzig-Kreis. Allerdings haben sich bei den jeweils ca. 23.000 Straftaten
Verschiebungen ergeben. Gestiegen sind Sexual- und Betrugsdelikte und
Diebstähle. Abgenommen hat der Drogenmißbrauch, Auto- und Fahrraddiebstähle. Hessenweit
gingen die Straftaten insgesamt leicht zurück. Strak zugenommen haben
Straftaten von Kindern unter 14-Jahren und die von Jugendlichen bis 18 Jahre.
Bei 40% der Tatverdächtigen handelte es sich um Wiederholungstätern. Obwohl
mehr Festgenommene als zuvor eine Schußwaffe trugen, ging die Zahl der
Tötungsdelikte von 23 auf 18 zurück.
07.09.1998 (fr - lhe) Nach Auffassung des Hessischen Justizministers
gibt es in Deutschland mehr Angst als Kriminalität. Alleine in Hessen sei die
Zahl der Straftaten von 1993 bis 1997 um 7,4% zurückgegangen.
Hauptursache der Kriminalität sei die soziale Unsicherheit vieler Bürger, die
durch Armut und Perspektivenlosigkeit vieler Bürger.
Diverses:
1991 - (fr - gw) Auf Anfrage des CDU-Landtagsabgeordneten Siegbert
Ortmann erklärte die Hessische Landesreigierung, daß in Hesssen 850.000
Schußwaffen registriert sind: Hiervon entfallen 346.000 Schußwaffen auf
Sportschützen, 167.000 Schußwaffen auf Jagdscheininhaber und 30.000 angemeldete
Schußwaffen auf Sammler. 349.000 Waffen sind von sonstigen Inhabern (Altbesitz
vor 1972) angemeldet.
16.09.1996 (fr - dpa) Die nach dem zweiten Weltkrieg in den Westen
geflohene Waffenfabrik "Heym" hat mithilfe von staatlichen
Förderzuschüssen wieder eine Produktionsstätte in Thüringen aufgebaut. Das neue
Werk, daß 10,5 Millionen DM kostete, beschäftigt 70 Menschen. Gefertigt werden
Jagd und Faustfeuerwaffen.
21.12.1996 (fr - rtr) Österreich hat als erstes Land der Welt ein
völliges Verbot des Besitzes, der Herstellung und des Handels von
Anti-Personenminen erlassen. Das Gesetz tritt am 1. Januar 1997 in Kraft.
07.04.1997 (fr - dpa) In einer Pressekonferenz erläuterte der
Sachverständige Bernd Rolf, daß es nach Expertenmeinung in der Bundesrepublik
einen Bestand von bis zu 30 Millionen illegaler Waffen gibt.
07.05.1997 (fr - rtr) In 35% aller US Haushalte gibt es nach
Untersuchungen des US Justizministeriums mindestens eine Schußwaffe. Insgesamt
hatten nach einer Untersuchung von 1994 etwa 44 Millionen Amerikaner zusammen
192 Millionen Schußwaffen. Im gleichen Jahr wurden bei Schießunfällen 185
Kinder getötet.
27.05.1997 (fr - dpa) Deutschland ist nach den USA der größte Exporteur
von gebrauchten Waffen und stellt nach Ansicht des "International Center
for Conversion" erheblich zum Kriegsrisiko bei. So habe die BRD zwischen
1990 und 1995 gebrauchte Waffen im Wert von mehr als 10 Milliarden DM verkauft
und weitere verschenkt. Nach Auffassung der Organisation gefährden die
sogenannten Kleinwaffen wie Gewehre, Granaten und Minen auch zunehmend das
Leben der internationalen Blauhelmtruppen und den zivilen Helfern in
Kriesengebieten.
12.06.1997 (Spiegel TV) In Deutschland sind zehn Millionen Schußwaffen
registriert. 30.000 Bürger besitzen einen Waffenschein.
10.06.1998 Die Bürger der USA besitzen nach Schätzungen mehr als 200
Millionen Schußwaffen. Damit besitzt jeder Haushalt statistisch mehr als eine
Waffe. Pro Kopf bedeutet das, daß jeder Bürger über 10 Jahre statistisch eine
Schußwaffe besitzt.
19.03.1998 (fr - rtr) Seit 7 Jahren nimmt die Mordrate in New York, der
ehemaligen Hauptstadt des Verbrechens der USA, beständig ab. Setzt sich dieser
Trend auch 1998 fort, so sinkt die Mordrate erstmals unter den bisher
niedrigstend Stand von 1962.
19.10.1999 (fr - Dieter Ostermann) Die Verbrechensrate ist in den USA im
7. Jahr hintereinander rückläufig. Gegenüber 1997 sank die Rate der Gewalttaten
1998 um 7%, die der Eigentumsdelikte um 6%, die der Morde um 7% und der
Vergewaltugingen um 4%. Mit 566 Taten je 100.000 Einwohner wurde 1998 das
niedrigste Verbrechensniveau seit 1985 registriert. In New Yorck sank die
Mordrate sogar um mit 633 Tötungsdelikten gegenüber von im Vorjahr 770 Morden
um mehr als 17%. 4321 der Starftaten hatten rassistischen Hintergrund. Als
wichtígster Trend wurde ein starker Rückgang des Gebrauchs von Schußwaffen
registriert. Während die Zahl aller Morde um 1295 gesunken sei, sei der
Gebrauch von Schußwaffen bei Morden überproportional um 1586 Delikte
zurückgegangen. Damit ging der Anteil des Schußwaffengebrauchs bei
Tötungsdelikten von 40% auf 38% zurück. Begründet wurde der Rückgang der
Verbrechensrate mit dem seit 7 Jahren andauernden wirtschaftlichen Aufschwung
und damit dem Rückgang der sozialen Not in den USA